Verlängerung AKWs

Verlängerung der Atomlaufzeiten schadet kommunalen Haushalten (Leserbrief Pforzheimer Zeitung, September 2010)

Man sollte vielleicht an dieser Stelle auch einmal begründen, weshalb die Entscheidung der Bundesregierung, die Laufzeiten der Kernkraftwerke auf viele Jahre zu verlängern, die Entwicklungsmöglichkeiten vieler Kommunen in Baden Württemberg erheblich einschränken wird.

Im Maßstab 1:1 kommt diese Entscheidung nämlich vor Ort spätestens dann an, wenn es darum geht, die bestehenden Stromnetze zu entwickeln und zu sanieren. Da werden dann die gegenwärtigen  Interessen der großen Energieversorger und die Interessen des energiewirtschaftlichen Mittelstands und der vielen kleinen Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energien diametral auseinander laufen.

Während zu befürchten ist, dass zentrale Stromversorger nichts weiteres tun werden, als ihre laufenden Kraftwerke und Netze so kostensparend wie irgendmöglich zu unterhalten und zu betreiben, wird die Chance vertan, unsere Energieversorgung langfristig so umzubauen, dass die damit erzielten Überschüsse breit gestreut zum Einkommen sehr vieler Menschen beitragen.

Abgesehen davon, dass sehr viele kommunale Energieerzeuger, die in den vergangenen Jahren massiv in die Erzeugung erneuerbarer Energien investiert haben durch eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken regelrecht ins Bockshorn gejagt werden, geht es doch um die Frage:

Wer soll in Zukunft an der Energieversorgung verdienen? - Diese Frage soll nun am Bundesrat vorbei entschieden werden!
Dezentral könnten Kommunen auf der ganzen Landesfläche ihren Haushalten eine sichere Quelle erschließen, indem sie teilhaben an der Kaufkraft, die vor Ort von den Windrädern auf ihrer Gemarkung oder den Fotovoltaik-Anlagen auf ihren Dächern mit der Gewinnung von elektrischem Strom geschöpft werden kann.

Bedauerlicheweise vertun außerdem so auch die großen Energieversorger für´s Erste ihre Chance zu einen wegweisenden Umbau ihrer Konzerne in eine Art genossenschaftliche Struktur zur Verteilung von möglichst viel erneuerbar gewonnener Energie. Es ist nämlich keine Frage, dass mit Energie auf Dauer sehr viel Geld verdient werden wird. Die Frage ist nur, ob es nicht auch so verdient werden kann und sollte, dass möglichst viele Menschen dort, wo sie leben, wohnen, arbeiten und ihr Häusle oder Stückle haben, teilhaben können.

Walter Appenzeller, Keltern

 

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