Weinbau

WeinbauReben binden 09 030_310

Mit der Pflege von Reben beschäftige ich mich seit meinem 9. Lebensjahr, als mein Vater im Dietlinger Gewann Kotterrain einen alten Weinberg inmitten von Hecken und Trockenrasen kaufte. War es mir zunächst eher Strafe, mit dem Vater in die Reben zu müssen, ist es mir schon früh zum Ruhepol und Raum für lokale Naturerfahrung geworden, den jahreszeitlichen Verlauf an der Arbeit im Weinberg zu erleben. Zwischen 1980 und 1982 habe ich mir dann im Rahmen einer Ausbildung zum Winzer auch das fachliche Rüstzeug dazu erarbeitet, Wein in traditioneller Art und Weise von eigenen Reben zu erzeugen. Erst nach dem Studium dann, 1991, beschloss ich, die Bewirtschaftung eines „Wingerts“ zu meinem wichtigsten Hobby zu machen. Nicht nur um Gelegenheit zu haben, draußen sein zu können oder Wein zu erzeugen, sondern auch ein Stück Kulturlandschaft zu pflegen und zu erhalten und daraus eine Art privates Naturschutzgebiet zu machen.

Das Grundstück im Kotterrain ist das übrigens noch heute, auch wenn keine Reben mehr dort stehen. Ein Freund von mir hat sich tatsächlich von meiner Begeisterung für Biotop-Management anstecken lassen und bewirtschaftet es heute so, dass möglichst viele autochthone Tier und Pflanzenarten ihren Lebensraum dort finden.

Das Herannahen meines 40.Geburtstages veranlasste mich dann 1999 dazu, mit einem Partner ein Grundstück inmitten der Kelterner Rebgewanne mit Spätburgunder- und Schwarzriesling-Reben zu bepflanzen. Seit 2001 erzeugen wir nun von diesem Weinberg unseren eigenen Roten, der so gar nicht den derzeit modischen, fast rauen Rotwein erbringt, da wir bislang auf die gängigen Methoden der Entsäuerung verzichten und ausschließlich trockenen Wein erzeugen. Unser Rotwein hat daher eher Weisswein-Charakter und beträchtliche Jahrgangsunterschiede prägen das Produkt. Aber Jahrgänge wie 2001, 2003, 2004, 2006, 2007 und 2009 haben uns dann doch eine ausreichende Fan-Gemeinde erschlossen, sodass wir alle Jahre wieder „ausverkauft“ melden müssen. Die große Bekömmlichkeit unsere Weine spielt sicher eine nicht zu unterschätzende Rolle hierbei.

Ein Flaggschiff in unserem sehr überschaubaren Sortiment ist unser seit 2001 in der Calwer Sect-Manufactur erzeugte Sekt. In Flaschengärung produzieren wir jedes Jahr so um die 150 Flaschen eines Rosé-Sektes, der mit einer 12-monatigen Hefelagerzeit und sehr zurückhaltender Dosage keinen Vergleich zu scheuen braucht.

Der Wunsch, schließlich einen Sekt in klassischem Champagner-Cuvée zu bereiten, veranlasste mich dann 2009 einen weiteren Weinberg hauptsächlich mit Weißburgunder-Reben zu pflanzen. Schon heute bin ich sehr gespannt darauf, was das für ein Weißwein sein wird, der ab dem Jahrgang 2011 das Sortiment unseres kleinen Weinguts vervollständigen wird.

 

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